Gemeindepokalniederlage und Wadenbeinbruch
Eine klare Endspielniederlage mit 6:1 gegen Vallstedt musste unsere Herrenmannschaft am Freitag verarbeiten. Zunächst zum Sportlichen:
Nach ausgeglichenem Spiel in den ersten 10 Minuten versiebte Vechelde 2 klare Chancen und Vallstedt traf danach bei seinen ersten Torchancen mit hoher Effektivität. Nach 30 Minuten stand es 0:3! Danach wurde Vallstedt immer stärker und Vechelde immer unsicherer. In der 2. Halbzeit war Vallstedt drückend überlegen und spielte sich einen verdienten Sieg heraus. Mit jedem Tor wurde Vallstedt spielerisch stärker. Ein letztlich hochverdienter Sieg und sportlicher Glückwunsch an dieses spielstarke Team!
Was aber auch zum vollständigen Bericht gehört, waren die letzten 5 Minuten des Spiels. Bei Sonnenwetter, entspannter Atmosphäre auf dem Sonnenberger Sportplatz und einem friedlichen Sommerkick schlug die Stimmung kurz vor Spielende um. Das Ergebnis geriet völlig in den Hintergrund.
Was ist passiert?
Kurz vor Schluss trat plötzlich ein Vallstedter Spieler dem Vechelder Oleksii Shpak das Wadenbein durch. Aus dem Nichts: Mit beiden Beinen von hinten in die Wade, dass der Knochen brach!
Da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern muss schon die Frage nach dem Warum stellen, bei einer plötzlichen derartigen Brutalität, die völlig unerwartet kam. Minutenlang krümmte sich der Vechelder auf dem Spielfeld, bis er von Kameraden und Funktionären herausgetragen wurde.
Noch als bereits Gastgeber, Spieler und Lokalpolitiker bei Bier und Schnittchen nach Spielende zusammensaßen, wurde in der Kabine nebenan der schwerverletzte Spieler von Notfallsanitätern behandelt. Einigen Arminen war der Appetit vergangen. Es wurde ein Knochenbruch vermutet mit ggf. auch einer Knieverletzung. Der Bruch des Wadenbeines wurde noch in der Nacht im Krankenhaus bestätigt und ein MRT des Knies steht noch aus. Mit Schmerztabletten und Gips liegt der junge Spieler nun zu Hause.
Um im korrekten Wortlaut zu bleiben: Er hat sich nicht das Bein gebrochen. Ihm wurde das Wadenbein durchgetreten. Mit Schmerzen, langer Arbeitsunfähigkeit und natürlich Sportunfähigkeit in den nächsten Wochen/Monaten als Folge!
Ein kurzes „Tschuldigung, gute Besserung“ aus Vallstedt klingt bei der Schwere der Verletzung eher sehr schmallippig.
Ich habe mir das Video jetzt etwa 50 x mit Ton angeschaut und habe keine Erklärung für diese brutale Grätsche aus dem Nichts! Hätte Vallstedt 6:0 hinten gelegen, hätte man in der Fußballsprache von einem Frustfoul gesprochen. Bei einem Spielstand auf Messers Schneide vielleicht von Übermotivation. Und bei einem hektischen Spiel hätte sich vielleicht was aufgeschaukelt. Das alles war nicht der Fall.
Vallstedt hatte entspannt 6:0 geführt. Ein Sommerkick kurz vor dem Ende. Ein bis dahin völlig faires Spiel. Da schockt ein Foul mit dieser brutalen Auswirkung besonders und es bleiben nicht mehr viele Erklärungen.
In Vechelde überschlagen sich dazu die Kommentare der anwesenden Zuschauer. Vallstedt sollte den Spieler freiwillig nicht mehr einsetzen, bis der Vechelder wieder spielfähig ist, fordern die einen. Oleksii sollte zivilrechtliche Schritte einleiten für Schmerzensgeld-Ansprüche, sagen andere. Stellt das Video dem NFV zur Verfügung usw. usw. Das alles sind natürlich Biertisch-Forderungen. Der Schiri hat das Foul nur mit Gelb bestraft und damit gibt es auch kein Sportgerichtsurteil. Natürlich gibt es auch Vereine, die bei Brutalität auf und neben dem Platz klare Akzente gegen ihre eigenen Akteure setzen.
Soll sich Vallstedts Vorstand Gedanken machen, wie sie mit der Sache umgehen oder auch nicht. Wir werden das nur am Rand verfolgen.
Unsere Emotionen sind gestern jedenfalls in Anbetracht der schweren Verletzung sehr hochgekocht, zumal der Spieler minutenlang schmerzverzerrt auf dem Platz lag. Und als der Betreuer fluchend mehrmals „Wahnsinn“ und „Unglaublich“ ausrief, bekam er die gleiche gelbe Karte wie der brutal foulende Spieler vom Schiri. Eine Sache der Unverhältnismäßigkeit, wenn auch vielleicht regelkonform. Und wir Funktionäre, die den Verletzten schließlich vom Platz trugen, mussten uns später anhören, dass wir den Platz regelkonform gar nicht hätten betreten dürfen und froh sein können, dass er keinen Sonderbericht schreibt. Die Regel kennen wir. Aber hier eine Hilfeleistung noch länger zu unterlassen, ist wohl auch lebensfremd.
Zurück zum Sportlichen: Nach dieser sportlichen Klatsche gilt es die Wunden zu lecken und zum Punktspielstart die richtigen Lehren aus der Niederlage zu ziehen. Auch das war gestern oftmals bei den Arminen zu hören: Vielleicht ein Warnschuss vor Saisonbeginn nach den bisherigen Siegen in der Vorbereitung.
Was sportlich bleibt, ist ein verdienter Gemeindepokalsieger aus Vallstedt und eine mehrfach geschockte Arminia aus Vechelde, die jetzt zeitnah wieder aufstehen wird!
Am Sonntag konnten wir Oleksii einen Präsentkorb des Veranstalters Germania Wierthe zur Schmerzensmilderung überreichen. Veranstalter Achim Horaiske hatte von der Schwere der Verletzung erfahren und Oleksii hat sich sehr gefreut. Er kann aber bis heute nicht verstehen, wieso er bei dem Spielstand kurz vor Schluss so massiv umgetreten wurde.
