Chronik 1970–1979
Die 1970er Jahre waren von Erfolgen im Jugend- und Herrenfußball, neuen Sportangeboten und großem ehrenamtlichem Engagement geprägt. Neben sportlichen Höhepunkten gehörte auch ein tragischer Unglücksfall zur Vereinsgeschichte dieses Jahrzehnts.
A-Jugend gewinnt Meisterschaft und Pokal
Die kontinuierliche Arbeit in der Jugendabteilung trug 1970 Früchte: Die A-Jugend gewann sowohl die Kreismeisterschaft als auch den Pokal.
Hintere Reihe: Betreuer H. Rieke, H.-W. Pollok, H.-J. Korth, B. Kirchner, H.-J. Morawek, B. Heike, H.-G. Erfurt, F. Neddermeier, Oschmann und K. Pollok. Vordere Reihe: Schmalowski, H. Novin, Hähnie, Boegershausen, Munte und W. Anderweit.
Rückkehr auf die Bezirksebene
Nach dem Abstieg im Jahr 1968 führte Trainer Hans Wilhelm die 1. Herren 1971 zurück in den Bezirk. Mit nur einer Unterbrechung sollte Arminia dieser Spielklasse anschließend 24 Jahre lang angehören.
Hintere Reihe von links: Sievers, Koparniarz, Vopel, Hoffmann, Loster, Anderweit, Brendel, Metzing und Wilhelm. Vordere Reihe: Kasch, Endlich, Matthies, Pollok, Morawek, Kahn und Jankowski.
Zur Feier des Aufstiegs reiste die Mannschaft nach Rüdesheim am Rhein. Während einer Dampferfahrt kam die Vechelder Gruppe mit amerikanischen Gästen ins Gespräch und feierte den sportlichen Erfolg gemeinsam.
Von links: Hans Wilhelm, Bernd Kasch und Inge, Helga Koparniarz, Horst Koparniarz, Traudel Sievers, Jürgen Sievers, Hermann Jankowski und Ali Pabel. Vorn: Dieter Matthies, Rüdiger Kahn und Walter Anderweit.
Wechsel zum Kreissportbund Peine
Von 1946 bis 1974 gehörte der Verein dem Kreissportbund Braunschweig-Land an. Nach der Auflösung des Landkreises Braunschweig im Zuge der Kreis- und Verwaltungsreform wurde Arminia zusammen mit etwa 20 weiteren Vereinen dem Landkreis Peine zugeordnet.
Durch die Einordnung des Landkreises Gifhorn und der Stadt Wolfsburg in den Regierungsbezirk Braunschweig kamen neue sportliche Gegner hinzu. Auswärtsfahrten führten die Mannschaften nun häufiger in Richtung Heide.
Klaus Endlich prägt die Fußballabteilung
Dreh- und Angelpunkt der Fußballabteilung war in diesen Jahren Klaus Endlich, der von 1968 bis 1991 als Fußballobmann wirkte.
Klaus Endlich erwarb sich besondere Verdienste um den Verein. Neben seiner Tätigkeit als Fußballobmann arbeitete er mehr als 25 Jahre als Beitragskassierer und holte die fälligen Beiträge bei Hausbesuchen persönlich ab.
Darüber hinaus führte er lückenlose Statistiken über Spiele und Tabellenstände. Diese Aufzeichnungen machten viele spätere Ehrungen und Auszeichnungen verdienter Spieler erst möglich. Damit wurde er zum lebenden Lexikon des Vereins.
Hinten von links: H. Jankowski, Matthies, Kahn, Heike, Sanner, Anderweit, Jäger, Loster und Endlich. Vorn von links: Schmalowski, Schubert, G. Korth, R. Jankowski und Brendel.
Herbert Rieke, Siegfried Dinter, Hansi Pollok und Hans Wilkens engagierten sich ebenfalls intensiv in der Jugendarbeit. Sie formten Mannschaften, deren Spieler die 1. Herren in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich auf Bezirksebene etablierten.
In den 1970er Jahren wurde zudem die Grundlage dafür geschaffen, dass Arminia in den 1980er Jahren vier gut besetzte Herrenmannschaften stellen konnte. Auch die spätere Dominanz der Alten Herren in der Kreisliga hatte hier ihren Ursprung.
Arminia feiert mit der Gemeinde
Im Jahr 1973 feierte Vechelde sein 1000-jähriges Bestehen. Der SV Arminia beteiligte sich mit einem eigenen Festwagen an den Feierlichkeiten.
„König Fußball“: „Tarzan“ A. Marek, U. Rieke, M. Pelzer und A. Gebhard.
Im Rahmen des Jubiläums trat Arminia zu einem Freundschaftsspiel gegen die Erstligamannschaft von Eintracht Braunschweig an. Nationaltorwart Bernd Franke spielte auf der ungewohnten Position als Linksaußen und erzielte drei Tore. Die Vechelder Mannschaft schlug sich beachtlich und unterlag mit 3:7.
Vechelde von links: Matthies, Kasch, H. Novin, Neddermeier, Behse, Erfurt, B. Heike, D. Brendel, B. Kirchner, Oschmann und Anderweit. Braunschweig von links: Gerwin, Hoinza, Dudda, Franke, Dremmler, Michaelsen, Bründel, Ondera, Haun, Bartels und Hellfritz.
Ein Ritual nach dem Spiel
Manche Rituale überdauern Generationen. Schon damals gehörte es zu den ersten Handgriffen nach dem Spiel, die Fußballstutzen abzulegen. Schienbeinschoner waren zu dieser Zeit noch nicht üblich. Ein Mannschaftsbild der Alten Herren nach einem Pokalturnier in Bülten hielt diesen Moment fest.
Oben: Fischer, Zawarti, Kimmel, Marek, Korth, Ludwig, Uwe – Sohn von Zappy Phillips, F. Niehoff sowie Junior und Senior Schleußner. Mitte: D. Niehoff, Wenzel, Sievers und Vollmer. Unten: Zappy Phillips, Heiligentag, Dinter und Koparniarz.
Gründung einer Frauenfußballmannschaft
Mit Unterstützung von Rainer Morawek, Siegfried Dinter und Hans-Joachim Wilkens wurde 1977 eine Frauenfußballmannschaft gegründet. Sie trat zunächst unter dem Namen Arminia und später als Spielgemeinschaft mit Groß Lafferde über viele Jahre erfolgreich im Punktspielbetrieb an.
Ehrung verdienter Arminen
Stehend von links: 2. Vorsitzender Walter Anderweit, Hans Wilkens, Hansi Pollok, Rainer Morawek, Rainer Ising und 1. Vorsitzender Hans-Adolf Depner. Sitzend von links: Gustav Schwok, Walter Witzel und Friedrich Puikys.
Karate, Schach, Badminton und Tennis
Vorübergehend gehörten auch Karate und Schach zum Sportangebot des Vereins.
Im Frühherbst 1979 trafen sich MTV-Sportwart Rudi Kranz und Arminias 1. Vorsitzender Hans-Adolf Depner bei Holger Haars, um die Gründung einer Badmintonabteilung in Vechelde zu besprechen. Beide Vereine beschlossen erstmals eine gemeinsame Abteilung zu bilden. Damit begann der Badmintonsport in Vechelde.
Die neue Sparte hieß zunächst MTV/Arminia Vechelde und wurde später in BSG Vechelde umbenannt. Holger Haars übernahm die Abteilungsleitung für den MTV, Wolfgang Ponwitz für den SV Arminia. Die Mannschaft stieg sportlich von der 3. Kreisklasse bis in die Verbandsklasse auf.
Seit 1976 konnte auf dem für die Handballer geschaffenen Hartplatz auch Tennis gespielt werden. Die erste Spielfläche reichte für das große Interesse jedoch bald nicht mehr aus. Deshalb wurden mit der Gemeinde Vechelde Gespräche über eine Erweiterung aufgenommen.
Erinnerung an Friedrich „Naucke“ Niehoff
Am 1. März 1979 verunglückte Arminias Sportkamerad Friedrich „Naucke“ Niehoff bei den Umbauarbeiten am Eintracht-Stadion in Braunschweig tödlich. Bei Abbrucharbeiten an der alten Haupttribüne stürzte ein Träger auf den von ihm geführten Bagger.
Naucke Niehoff hinterließ seine Frau und sechs Kinder. Sein Sohn Karl-Heinz Niehoff spielte viele Jahre für Arminia in der Jugend und im Herrenbereich.
Zu seinem Gedenken trat 1980 die damalige Altherrenmannschaft gegen ältere Mannschaftskameraden an, die zuvor gemeinsam mit Naucke gespielt hatten.
Stehend: Lisker, Reihers, Marek, Loster, Schoske, Depner (gebückt), Wagner, Schaare, Schiffner, R. Jankowski, Sievers, Philipps, Mielke, Meyerding und Koparniarz. Sitzend: Margalle, Ludwig, Wenzel, Dinter, Ehlers, H. Jankowski und D. Niehoff.