Chronik 1960–1969
In den 1960er Jahren legte der SV Arminia Vechelde den Grundstein für die sportlich erfolgreichen 1970er Jahre. Eine engagierte Jugendarbeit, besondere Mannschaftsfahrten und die Eröffnung des neuen Auestadions prägten das Jahrzehnt.
Kurt Pollok formt eine neue Generation
Insbesondere Kurt Pollok war über Jahrzehnte für Kinder und Jugendliche ein Helfer in allen Lebenslagen. Mit seinem außergewöhnlichen Idealismus prägte er eine Jugendgeneration, die zu einer spielstarken Mannschaft heranwuchs und später den Herrenfußball des Vereins maßgeblich bestimmte.
Jugendmannschaft der 1960er JahreTrainer H. Rieke, W. Heiligentag, N. Thiel, D. Matthies, A. Kobbe, Hölting, unbekannt, B. Kasch, Meier, Schubert und Trainer K. Pollok. Untere Reihe: H.-W. Pollok, Steinberg, Muschialek, Morawek und Oschmann.
Ein ungewöhnliches Spiel gegen Lichtenberg
1964 trat die 1. Herren gegen Lichtenberg an. Die Gäste gingen zunächst mit 1:0 in Führung. „Kopi“ Koparniarz, bekannt für einen der härtesten Schüsse der Liga, glich mit einem kraftvollen Schuss aus rund 30 Metern aus. Toni Endlich und Erich Ludwig erhöhten anschließend auf 3:1.
Nach zwei Platzverweisen verließen die verbliebenen neun Lichtenberger Spieler geschlossen das Spielfeld. Die Begegnung wurde daraufhin für Vechelde gewertet; gegen mehrere Spieler wurden mehrmonatige Sperren ausgesprochen.

Von links: Thomas, Reihers, Endlich, Ludwig, Hoffmann, Wagner, Koparniarz, Loster, Sievert, Pollok und Jankowski.
Mit sechs Autos nach Dänemark
Ebenfalls 1964 unternahm die Herrenmannschaft eine Reise nach Dänemark. Mit sechs Autos und jeweils vier Personen fuhr die Gruppe Richtung Norden. Da es in Hamburg noch keine durchgehende Autobahn gab, war es nicht immer einfach, im dichten Stadtverkehr zusammenzubleiben.
In Dänemark bezog die Mannschaft Quartier in einer Jugendherberge. Heinz Osterloh trug einen besonders langen Mantel. Als er sich trotz aller Warnungen einem Schwanennest näherte, wurde er von einem aufgebrachten Schwan verfolgt. Beim Versuch davonzulaufen trat er auf den Mantelsaum und stürzte.
Das lebhafte Geschehen endete erst, als „Kopi“ Koparniarz beherzt eingriff und seinen Mannschaftskameraden samt Mantel aus der Situation befreite.
Paes, Tautz, Sievert, Hoffmann, Schaare, Schleußer, Koparniarz, Ludwig, Schiffner, Marek, Brenneke, Pollok, Wenzel, Reihers, Wilkenhof, Wagner, Thomas, Niehoff, Heckmann, Osterloh, Loster und Jankowski. Endlich fehlt auf dem Bild.
Auch die einheitliche Kleidung der Reisegruppe blieb in Erinnerung. Die Chronik vermerkt augenzwinkernd, Arminia sei damit seiner Zeit weit voraus gewesen.
Die Herren fahren nach Helgoland
1965 führte die Mannschaftsfahrt nach Helgoland. Am Vorabend hatte im Saal bei Geldmacher einer der traditionellen Manöverbälle stattgefunden. Hermann „Männe“ Jankowski wurde nach einer kurzen Nacht direkt zur Abfahrt an die Küste und anschließend auf das Schiff gebracht. Als er am nächsten Tag wieder richtig zu sich kam, fragte er, ob die Mannschaft mit dem Bus oder mit dem Zug angereist sei.
Vor der Rückfahrt nutzte die Gruppe die Gelegenheit zum zollfreien Einkauf. „Kopi“ Koparniarz füllte den geräumigen Trikotkoffer mit Flaschen. Bei der Zollkontrolle ging er offensiv auf einen Beamten zu und erklärte auf Plattdeutsch, was sich im Koffer befinde. Der Zöllner hielt dies offenbar für einen Scherz und winkte ihn durch.
Pollok, Ludwig, Marek, Endlich, Jankowski, Wilkenshof, Koparniarz, Heiligentag, Matthies, Paes, Jankowski, Reihers und Marek. Vorn: Schaare, Loster, Wagner, Roisch, Teichmann und Brenneke.
Abschied von Erich Ludwig
Hinten: H. Loster, H.-W. Pollok, A. Teichmann, B. Kasch, K. Reihers, R. Jankowski, W. R. Meyerding, H. Ehlers und H. Jankowski. Mitte: K. Hey, K. Schubert, K. Heckmann, A. Paes, W. Meyerding, S. Marek, H. Rieke, J. Brenneke, S. Hatscher, K. Pollok, F. Finke und G. Wolf. Vorn: B. Hoffmann, G. Endlich, E. Ludwig, K. Endlich, H. Wagner, H. Oelmann, E. Baer und K. Mrotzek.
Das neue Auestadion wird eröffnet
Seit 1926 wurde in der legendären „Böttcherkuhle“ Fußball gespielt. Generationen von Spielern verbanden unvergessliche Begegnungen mit diesem Platz. Seine Bedingungen waren jedoch schwierig: Nach den Vechelder Markttagen glich das Spielfeld einer harten Betonfläche, starke Regenfälle verwandelten es dagegen in tiefen Schlamm.
Der Bau eines neuen Sportplatzes im Jahr 1966 beendete diese Situation. 1967 wurde das Auestadion mit einem offiziellen Eröffnungsspiel zwischen Arminias 1. Herren und der Bundesligamannschaft von Eintracht Braunschweig dem Spielbetrieb übergeben. Mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten die Eröffnung.
Sportlich verlief der Start im neuen Stadion zunächst weniger erfolgreich. 1968 kämpfte die 1. Herren bis zum Ende der Saison gegen den Abstieg, konnte ihn letztlich jedoch nicht verhindern.